Krokodile, James Bond und die Queen

Beim gestrigen Rechercheprojekt Haare schneiden habe ich mich gefragt, was genau ich da eigentlich recherchieren wollte: Schere, Kamm, schnipp, schnapp, Haare ab, fertig.

Passt irgendwie zum akuten (Schreib-/Still-)Stand des aktuellen Projekts. Es drängt sich einfach nichts auf, was geschrieben werden möchte.

Dafür drängt sich Lesestoff. Der dienstälteste Lieblingsneffe empfiehlt: Ein Krokodil taucht ab (und ich hinterher). Geschrieben von Nina Weger.

[Randbemerkung: Ja! Es gibt sie tatsächlich noch: Kinder, die „richtige“ Bücher lesen.]

Aus dem Klappentext:

Was tut man, wenn der beste Freund das Klo runtergespült wird?

Ja, was tut man? Der Neffe hat es schon herausgefunden und ist begeistert. Da konnte mein aktuelles Leseprojekt (Alan Bennett, Die souveräne Leserin) nicht mithalten. Zwar geht es um die Queen (die Queen hat im weitesten Sinn etwas mit James Bond zu tun und ist daher durchaus von Interesse), aber „die Queen entdeckt das Lesen“ – na ja, da sind abgetauchte Krokodile doch spannender. Und hey, 007 hatte auch schon das ein oder andere Mal mit ihnen zu tun.

Mehr Hühner.

huhn

Das gurrende Singen der Hühner. Ähnlich beruhigend wie ein schnurrender Kater. Auf dem Sofa sieht der Kater allerdings besser aus. Dafür legt er keine Eier. Die Eier in unserem Kühlschrank haben keinen Stempel, stattdessen klebt manchmal noch Dreck an ihnen. Oder eine kleine, flaumige Feder.

Mit Hühnern kann man was erleben. Fuchsbesuche, zum Beispiel. Nicht sehr erfreulich. Noch dazu ein sinnloses Gemetzel, wenn man den Fuchs zwar auf frischer Tat, aber eben doch zu spät ertappt und er dann geschwind die Flucht ergreift. Der Fuchs meuchelt erst einmal alles nieder, bevor er sich daran macht, die Beute nach Hause zu tragen. Wird er zwischen dem fünften und dem sechsten Huhn gestört – zum Beispiel, ihn dem man ihn schreiend davonjagt -, kommt er so schnell nicht zurück. Dann hat man fünf tote Hühner im Garten liegen. Und einen herumhängenden Hahn mit Fuchs-Trauma und Herzeleid.

Mit einem Hahn kann man auch was erleben – man bekommt zum Beispiel Besuch vom lange nicht gesehenen Nachbarn, der vom Hahn aus dem Schlaf gekräht wurde. Da ist es schon ein bisschen komisch, wenn der Hahn drei Tage später tot im Garten liegt (diesmal ganz ohne Fuchseinwirkung). Na ja, war ein alter Kerl, sah eh nicht mehr so gut aus in letzter Zeit, nehmen wir mal an, es war Altersschwäche. Wenn dann allerdings der nächste Hahn tot im Garten liegt, fragt man schon mal herum, ob unter den Bekannten vielleicht jemand zu finden ist, der Todesursachen von Hähnen ausfindig machen machen.

Spannend also, die Sache mit den Hühnern. Und so praktisch, vor allem wenn man gern Rührei isst. Oder Zimteis. Oder Kokosmakronen. Oder wenn die Polenta in Italien irgendwie besser geschmeckt hat und man sich fragt, wer das misslungene Zeug jetzt alles essen soll.

Leider habe ich gar keine Hühner. Nur so ein bisschen anverwandte Hühner.

Bei uns in der Straße gibt es ein großes, freies Grundstück. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeilaufe, denke ich über Hühner nach. Vermutlich ist das gar nicht erlaubt. Baunutzungsverordnung und so. Und vermutlich gibt es auch hier mindestens einen Nachbarn, der Hühner spätestens dann nicht mehr toll findet, wenn ihn regelmäßig ein Hahn aus dem Bett kräht.

Vielleicht leihe ich mir einfach welche.

 

Heute leben.

heuteLeben

Angefangener Blogbeitrag Nummer 72 (bei den anderen hat mich jeweils die Panik gepackt, jemand könnte tatsächlich lesen (wollen), was ich so schreibe).
Auf dem kurz ausgefallenen Feiertagsspaziergang (kurz, weil: verschnupft und ähnlich matschig wie der begangene Weg) fand sich immerhin ein neuer Beitrag für den Lostopf eines neuen Jahresmottos: Heute leben.
So zu lesen auf einem Firmenauto, das gern in der Nachbarschaft parkt und auf dem mir bisher immer nur die Aufschrift „Wir sind immer für Sie da“ aufgefallen ist. Bin immer noch am Überlegen, ob ich mir die zugehörige Telefonnummer nicht doch mal notieren sollte. Für den Notfall.
Streifi habe ich dagegen nicht gefunden. Streifi ist ein Kater und wird vermisst. Nicht von mir – unser Kater hat einen viel schöneren Namen (nein, den verrate ich nicht) und kommt eben jetzt ganz unvermisst seiner Aufgabe nach, die Couch kleinzukriegen.
Ansonsten gefunden: Den Frühling. Um die Zeit. Schlimm. Aber mindestens dreiundzwanzig Vögel sind der Ansicht, es wäre so und haben das Frühlingslied angestimmt. Ich hoffe ja, sie haben Unrecht und so ein kleiner Mini-Hercules schafft es auch noch zu uns.