Ein Snowboard im Wohnzimmer, Teil III.

Oder: Mehr! Mehr Urlaub. Mehr Schnee. Mehr kalt. Mehr Winter. Überhaupt Winter.

Jedenfalls: Das Snowboard liegt schon wieder im Wohnzimmer. Im Wohnzimmer liegt überhaupt ziemlich viel herum, denn noch weniger als für den Urlaub einpacken mag ich nach dem Urlaub auspacken. Noch stapelt sich dort also alles, was man so braucht, beziehungsweise gebraucht hat: Skisocken, zum Beispiel. Skibrille, kaum gebraucht.  Sonnenbrille, viel gebraucht. Sonnencremetube, kaum noch was drin.

Auf dem Sofa liegt nichts, nur die Katze. Die freut sich: endlich ist das Personal wieder da. Das Personal hat eine ausgewachsene Nach-Urlaubs-Melancholie. Kein Schnee. Keine Piste. Keine Berge. Kein Schaukelstuhl. Keine Badewanne.

Ab und an rieche ich an meiner Winterjacke (die noch den Urlaubsduft à la Schnee-Sonnencreme-Wintersonnenluft+einGanzKleinBisschenSchweiß in sich trägt). Hach. Dort, wo wir waren, hat es jetzt Neuschnee. Hier regnet es an die Fensterscheibe. Ziemlich klar, wo ich jetzt lieber wäre.

Und ach ja, die Sache mit dem Angst haben (mit einem Snowboard an den Füßen). Ähm. Nun ja. Ich bin nicht über Lektion 2 hinausgekommen: J-Turns. Und selbst da weiß ich nicht, ob das nun tatsächlich geklappt hat oder ob es nicht doch eher Zufall war.

Aber ich habe fleißig anderen Snowboardern beim Salto schlagen zugesehen. Wobei es dafür vermutlich einen viel cooleren Ausdruck als Salto schlagen gibt.

Und nebenbei bin ich auch noch Ski gefahren. Inklusive Angst haben. Einen kurzen Moment lang felsenfest davon überzeugt sein, jetzt doch endlich Skifahren zu können. Dann in einem Schneehaufen hängen bleiben und dem Übermut geschwind wieder Ade sagen. Bis zum nächsten Moment. Denn, um mal Bode Miller zu zitieren: „Sei schnell. Sei schneller. Hab Spaß dabei.“* Spaß hatte ich.

Und ist ja alles gut gegangen. Die Ski allerdings ziemlich mitgenommen (Huch. Wo kam der Stein plötzlich her?). Ich selbst nur einen blauen Fleck am Knöchel und den habe ich mir geholt, als ich mit bloßen Füßen an einem Sonnenschirmständer hängengeblieben bin (ja tatsächlich, im Skiurlaub).

Mal sehen, vielleicht verirrt sich ja doch noch die eine oder andere Schneeflocke hierher.

 

* Kapitelüberschriften aus seinem Buch „Wie ich allen davonfuhr“. Das nächste Kapitel heißt übrigens: „Mach deine Sache gut“. Ähem. Nun ja.

Allgemein

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