Hallo Welt

So. Nach alles mögliche nicht mehr so wollte, wie es sollte, hat Frau Einhorn alles neu gemacht. Und dabei vieles vom Alten retten können. DANKE!

Die Kommentare leider nicht. Liebe Menschen, die ihr hier jemals kommentiert habt: das war keine böse Absicht.

Die Kategorien sind auch verloren gegangen. Eventuell werden sie wieder auferstehen. Vielleicht auch nicht.

Bestimmt gibt es auch bald wieder viele neue Beiträge. Doch, doch.

Sie befinden sich derzeit auf Position 1 der Warteschleife

In der Warteschleife läuft Für Elise. Bei Für Elise muss ich immer an Albert* denken. Albert aus meiner Klasse. Jeder andere hätte wohl ein Problem gehabt, mit diesem Namen und vielleicht hatte Albert ja auch eins, aber er war so einer, bei dem zumindest kein anderer auf die Idee gekommen wäre, ein Problem daraus zu machen.

Albert, der irgendwann viel später in D. aufgetaucht ist, wo ich derzeit auch gewohnt habe. So viel später, dass man einen Moment braucht, um ihn wiederzuerkennen, weil man sich erst nicht sicher ist, ist er das wirklich oder nicht? Er ist es, natürlich, einen wie Albert erkennt man auch noch zwanzig Jahre später.

(Über zwanzig genaugenommen. Wie konnte das passieren, wo sind die Jahre alle hin?)

Keine Ahnung, ob einer wie Albert eine wie mich noch erkennt. Ich habe ihn nicht gefragt. Weil ich auch vor über zwanzig Jahren kaum ein Wort mit ihm geredet habe. Weil ich ja immer glaube, die Leute wollen nicht mit mir reden. Weil ich Angst habe, er schaut mich an und hat nicht die leiseste Ahnung, wer ich sein könnte.

Komische Angst. Tatsächlich ist genau das vor kurzem passiert, da schaut mich einer an und hat nicht die leiseste Ahnung, wer ich sein könnte, dabei habe ich, glaube ich, sogar mal Briefe von ihm bekommen.
Das war überhaupt nicht schlimm. Dann weiß er das halt nicht mehr.

Bei Für Elise denke ich jedenfalls immer an Albert, denn Albert hat sich manchmal ans Klavier im Musikraum gesetzt und Für Elise gespielt. Immer nur Für Elise. Vielleicht, weil es ihm gefiel, vielleicht, weil er nichts anderes konnte, vielleicht hat er sogar mal etwas anderes gespielt und ich habe es vergessen.

Das kann ja nun auch nicht jeder. Sich ans Klavier setzen, Für Elise spielen und keiner der anderen kommt auf die Idee, ein Problem daraus zu machen.

So jemand war Albert. So jemand wäre ich auch gern gewesen, war ich aber nicht und es lag nicht daran, dass ich bis heute kein Klavier spiele.

Vielleicht stimmt das alles auch gar nicht, wer weiß, was Albert für Problem hat/te, bestimmt hat er eins, jeder hat ja irgendein Problem, vielleicht hätte Albert gern meine.

Meins wäre, dass ich auf Position 1 der Warteschleife feststecke, ständig und immer wieder, und nein, ich meine damit nicht den Anruf bei meiner Ärztin.

* Nein, er hieß nicht wirklich Albert.

Hallo

Melde ich mich also auch mal wieder zu Wort. Tun ja quasi fast alle, derzeit. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Doch, hat man. Also na ja, manche von uns.

Ich hätte – vor Corona – heute sicher irgendeinen Grund gefunden, warum ich die Zimmerpflanzen ein anderes Mal umtopfe. So aber habe ich alle Zimmerpflanzen bis auf eine nach draußen geschleppt (beziehungsweise dem MMM gesagt, er möge doch bitte).

Dann hätte ich loslegen können mit Umtopfen, aber wie es nun mal so ist, stellte ich zuerst fest, dass man ohne Pflanzen endlich die staubige Ecke saugen könnte, an die man sonst nie drankommt. Und wo man gerade dabei ist, vielleicht auch gleich das Fenster putzen?

Aber dann. Dann kam die eine Pflanze in den Topf der anderen und die andere in den der wiederum anderen undsoweiter. Am Ende hatte ich völlig überraschend einen Topf zu wenig und es fand sich auch sonst keiner mehr.

Zum Glück haben wir Nachbarn. Die waren heute natürlich auch alle draußen, daher war das total einfach, man geht mit einem kleinen Topf rüber und kommt mit einem größeren zurück (zwischendurch hält man natürlich Abstand). Super Sache. Super Nachbarn.

Während ich so topfte, passierte es schon wieder:

Wir hatten mal überlegt, m (und mir!) eine Rutsche in den Hang zu bauen. Dann guckten wir uns nach Rutschen um, entweder waren die doof oder schweineteuer und entscheiden konnten wir uns eh nicht, also passierte nichts weiter.

Und heute sitze ich und topfe Blumen, kommt die Nachbarin und fragt, ob wir zufällig eine Rutsche gebrauchen könnten.

Dieses Leben, ey. Manchmal überrascht es mich dann doch.

Später waren sämtliche Blumen vertopft, alles wieder aufgeräumt, ich total zufrieden mit meinem Werk, alles fühlte sich total gut an, also na ja, fast alles, denn die eine Pflanze, die ich anfangs nicht rausgetragen hatte, die stand jetzt immer noch da und hm. Sah nicht gut aus. Im Grunde wollte ich sie gar nicht mehr im Haus haben, schon länger nicht. Aus Gründen habe ich trotzdem an ihr festgehalten, jetzt aber, wo ich dachte, Oh, dann könnte man deren Topf wiederum für die andere nehmen, die im Grunde immer noch einen viel zu kleinen Topf hat?

Zack, das war es dann mit der Pflanze. Jetzt ist sie weg und alles ist viel besser als vorher, aber bis es soweit kommen konnte, musste ich (beziehungsweise der MMM) nochmal Pflanzen raustragen, Werkzeug, Eimer und Erde wieder hervorkramen, die blöde Pflanze aus ihrem Topf herauskriegen (ich werde morgen Muskelkater haben), die eine in den nun freien Topf pflanzen, alles wieder aufräumen, Pflanzen wieder hineintragen und schon beim Hinaustragen hatte ich eigentlich keine Lust mehr, aber wann würde ich das je wieder in Angriff nehmen, in fünf Jahren oder so, also los.

Danach gab es eine Dusche und dann eine Pizza. Die Pizza haben wir besonders genossen, denn die wurde aus einem Viertel Geburtstagshefe gemacht, Hefe ist ja immer noch keine aufzutreiben, zumindest nicht, wenn ich einkaufen gehe. Und Hefe – Hefe ist Hach! Also nicht Hefe an sich, aber Hefeteig kneten. Frau Gröner hat da auch schon des öfteren darüber geschrieben und ja, Hefeteig kneten kommt eindeutig auf die Liste der Dinge, die ich zuverlässig großartig finde.

Da fällt mir ein, dass ich auch gleich noch Herrn Paul verlinken könnte, der hat nämlich irgendwann ein Rezept für Pizzateig verlinkt (das hier) und seither machen wir weltbeste Pizza, vorher war das mehr so na ja.

Das war ein guter Tag heute. Trotz allem.

Gänsehautmusik

Mehr Musik hören. Wenn ich diesen Vorsatz endlich mal wieder umsetze, dann gern in Dauerschleife. Nach ungefähr zweitausend Mal Meine Freunde von den Ärzten jetzt also Missa in C, K. 257 „Credo“ von Mozart. Flexibel kann ich.

Beim Hören der Messe immer auch gleichzeitig in der Kirche sein. Damals in D., auf der Empore, goldenes Abendlicht strahlt durch die bunten Kirchenfenster und B., unsere Dirigentin, die im Chor des Theaters singt, also hauptberuflich, B. zeigt uns singt uns vor, wie sich das eigentlich anhören sollte.

So schön.

Jetzt, beim Hören, darüber nachdenken, wie das mit der Musik ist und mit dem Chor, ob ich nicht vielleicht doch wieder …

Aber dann ist wieder (mindestens) ein Abend weg und so viele Termine und und und, aber das ist alles Quatsch, ich gehe da nur nicht hin, weil ich dann schon wieder in einer Gruppe bin, der ich mich nicht zugehörig fühle, in der ich schon wieder so tue, als ob (alles gut ist). Ich gehe da nicht hin, weil ich mich dann doch wieder nicht traue, wirklich und richtig mitzusingen, ich könnte ja falsch singen, ziemlich sicher würde ich sogar falsch singen, ganz sicher würde ich viel zu oft gar nicht singen (weil es ja falsch sein könnte) oder halt so leise, dass es auch keinen Unterschied macht, ob ich nun da bin oder nicht. Und deshalb würde es mir keinen Spaß machen und ich würde andauernd frustriert nach Hause kommen oder zumindest mit diesem leisen Gefühl, dass es schon wieder passiert ist, dass ich mich schon wieder unsichtbar gemacht habe oder jemanden vorgetäuscht habe, der ich nicht bin.

So eine Scheiße.

Vielleicht sollte ich also genau deshalb doch hingehen, zur Chorprobe. Damit endlich alles anders wird.

Und weil, wenn ich dann doch mitsinge und es klappt, dann ist das wie goldenes Abendlicht in der Kirche.

Zwei Bücher und ein Konzert

Kürzlich Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne gelesen. Komisch, wie Bücher völlig an einem vorüber gehen können, obwohl sie doch wirklich überall zu finden sind (vielleicht genau deshalb?).
Jedenfalls habe ich das Buch nun auch gelesen und es ist das erste Buch in sehr langer Zeit, nach dessen Ende ich erst einmal gar nichts tun konnte. Nichts weiter als dasitzen und es nicht fassen können, wie irrsinnig das alles ist. Menschen, wie irre die sind. Wir.
(Das wusste ich natürlich vorher schon. Trotzdem.)

Dann hat Herr Buddenbohm von dem Buch Tagebuchschreiben von Olaf Georg Klein erzählt, das führte dazu, dass ich dieses Interview mit dem Autor gehört habe und danach ganz dringend und sofort Tagebuch schreiben wollte.
Nun.

Pläne ändern sich, gestern zum Beispiel wollten wir in die Bücherei, da rief der MMM an, tatsächlich hat er uns nur deshalb noch erreicht, weil m noch unbedingt dies und das und jenes tun musste, bevor wir das Haus verlassen konnten. Wir haben das Haus dann gar nicht mehr verlassen, denn der MMM sagte, er hätte jetzt endlich mal nach unseren Enjoy-Jazz-Terminen gesehen und der erste wäre heute Abend.
Oh.
Ich schaute, was das eigentlich für ein Konzert ist, dachte, ja, da will ich wirklich hingehen und rief bei T. an. T. wollte dann auch mitgehen und das hört sich jetzt so leicht und nach insgesamt fünf Minuten an, aber bis sich das alles geklärt hatte, war es plötzlich 16:30 Uhr und m und ich wären somit genau zu dem Zeitpunkt vor den Türen der Bücherei aufgetaucht, an dem die freundliche Büchereimitarbeiterin eben jene Türen mit einem bedauernden Lächeln gerade eben zugeschlossen hätte (das waren noch Zeiten in D., als die Bücherei gefühlt rund um die Uhr geöffnet hatte und nur drei Schritte um die Ecke lag).
Machten wir also noch dies und das und jenes (Blumen gießen, kochen, Küche aufräumen, Buch vorlesen, Uno spielen, Wäsche zusammenlegen, noch mehr Bücher vorlesen).

Später fuhren T. und ich durch dunkelsten Regen zum Karlstorbahnhof und warteten auf William Fitzsimmons. Der kam auch irgendwann und nach den ersten beiden Liedern dachte ich schon, er wäre einer von denen, die zu cool dafür sind, dem Publikum auch nur Hello zu sagen.
Natürlich sagte er aber genau das, kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht. Er entschuldigte sich bei allen, die von jemanden mitgeschleppt wurden, mit dem Versprechen „this will be fun.“ „No, it won’t.“ Depressing Shit würde er spielen. „That’s my superpower.“
Und so war das dann auch. Das ist dann ein ziemlich merkwürdiges sehr anderes Konzerterlebnis, üblicherweise ist einem ja – vor allem nach besonders gelungenen Liedern – nach lautem Jubel und frenetischem Beifall.
In diesem Fall war mir eher danach, den letzten Tönen hinterher zu lauschen, irgendwo auf einem kuscheligen Sofa zu sitzen und in ein Feuer zu starren.
Geklatscht habe ich natürlich trotzdem.

Mama, ich habe einen Fehler

Mama, ich habe einen Fehler, sagt das Kind und meint damit zum Glück nicht sich, sondern den Webrahmen, der sie gerade abwechselnd in tiefste Verzweiflung und höchste Begeisterung stürzt. Manchmal darf ich dann helfen, manchmal muss ich aber auch zusehen, wie das Kind sämtliche Webschiffchen (falls die so heißen) wild durch die Gegend wirft, dabei immer noch Mama, ich habe einen Fehler brüllt, aber wehe, ich nähere mich weiter als auf einen Meter. Wehe auch, ich gehe weiter weg als fünf Meter. Hilfreiche Ratschläge geben geht natürlich auch nicht, klar. Wer will schon hilfreiche Ratschläge hören, ich am allerwenigsten. Also manchmal schon, aber oft genug auch nicht.

Neuerdings gehe ich manchmal zu M., M. hält unter anderem Stimmseminare, für eins davon habe ich mich gleich zwei Mal angemeldet, wurde aber immer krank und konnte dann doch nicht teilnehmen. Was dazu führte, dass ich nun ab und zu ganz ohne Seminar zu M. gehe. Und dort in schöner Regelmäßigkeit auf das kleine Mädchen stoße, das völlig verschüchtert in der letzten Reihe steht (von ihr war hier schon mal die Rede).

Und ich habe da überhaupt keine Lust mehr drauf, wirklich nicht. Ich habe auch keine Lust mehr auf diesen Berg Traurigkeit und alles, was mich danieder drückt, aber natürlich ist es der Traurigkeit völlig egal, was ich will und dass ich keine Lust mehr auf sie habe, die kommt trotzdem.
Das Gute ist, dass ich neuerdings wütend werde und das Gute ist auch, dass ich nun ein gutes Vorbild habe und Ha!, irgendwann werde ich auch einfach mal losbrüllen, dass mich bitteschön alle in Ruhe lassen sollen und wenn sie das tun, werde ich weiterbrüllen, dass sie mich bitteschön in zwei Meter Entfernung und mit ausgestreckten Armen in Ruhe lassen sollen.

Das schlechte ist, dass M. mir Sachen vorschlägt, oder nein, es ist eher so, dass er mich dazu bringt, dass ich die Sachen selbst vorschlage, was natürlich ungleich geschickter ist. Sachen wie, ich könnte ja einfach mal B sagen, wenn alle anderen A sagen.

Und dann passiert es schon wieder, Situation xy, und ich merke, wie ich immer kleiner und unsichtbarer werde und natürlich nicht B sage, um Himmels willen.

T. sagt, ich müsse Geduld haben und T. hat natürlich recht, aber verdammt, kann das nicht einfach schneller gehen? Was kann denn schon passieren, schlimmstenfalls. Nichts.

durchhängen

Und wieder hänge ich an der Frage fest, ob mein Verhalten saublöd war oder ob ich mir nicht einfach nur viel zu viel Gedanken darum mache.
Und schon wieder rede ich natürlich nicht darüber.
Vielleicht geht sie dorthin, die Energie, ins nicht-reden. Vielleicht ist sie auch einfach nicht da.

Meine Hosen gehen entweder kaputt oder passen nicht mehr. Ich fühle mich nicht nur schwer, ich bin es auch.
Dieses schwer-sein, diese blöde Traurigkeit, das mich-einigeln-wollen, ich bin es so leid.
Beim darüber nachdenken aber doch wieder nur traurig werden.

Während des schwer-seins immerhin Musik hören. Melody Gardot und wenig überraschend ist Your Heart Is As Black As Night mein Lieblingslied aus My One And Only Thrill.

Zum ersten Mal dieses Jahr gegrillt, zum ersten Mal mit kurzen Hosen herumgelaufen, zum wiederholten Mal Eis gegessen. m hat das Eis am besten gefallen, noch besser als schaukeln.
Ich fand am besten, auf der Terrasse sitzen und A. und ihre Gäste auf der anderen Seite des Tals am Lachen zu erkennen. Woraufhin mir einfiel, dass es Geburtstagsgäste sein müssten. Woraufhin ich des MMMs Trompete holte und der MMM ein Geburtstagsständchen hinüber spielte. Woraufhin die Nachbarn links von uns klatschten.
Dann das Geburtstagskind angerufen, Habt ihr es gehört?, gefragt. Ja, hatten sie. Außerdem wäre die Vermutung laut geworden, wir hätten A. am Lachen erkannt. Daraufhin zusammen gelacht.

Jetzt schon wieder nicht mehr weiter wissen. Die paar Absätze waren schwer genug.

Hallo.

Mal eben den Staub vom Blog pusten.
Dann einfach weiterschreiben, als wäre nichts gewesen.

Ich dachte drei Jahre lang, ich wäre eher der Typ besorgte Mutter, neuerdings aber finde ich mich andauernd in Situation wieder, die mir das Gegenteil beweisen. Kommt wohl immer darauf an, mit wem man sich vergleicht. Und aufs Kind vermutlich auch.

Was sich hingegen immer wieder bestätigt, ist die Sache mit der sozialen Inkompetenz. Neuerdings sitze ich des öfteren auf dem Spielplatz herum und mei. Erstaunlich, dass es Leute gibt, die einfach so irgendein Thema aufs Tapet bringen, minutenlang darüber erzählen (unter Umständen ganz ohne, dass irgendein anderer etwas dazu beiträgt) und dann von diesem Thema übergangslos aufs nächste und übernächste übergehen.
Wie machen die das nur?
(Nein, das ist nicht unbedingt das, was ich unter sozialer Kompetenz verstehe, aber es hat seine Vorteile im Vergleich zu: sitzen und sich anschweigen.)

Frau Nessy hat einen Beitrag übers Weitwandern verlinkt, Weitwandern ist natürlich immer etwas, das mich auch interessiert, daher habe ich hineingeklickt und nun ja. Ich weiß jetzt wieder, warum Wandern in einer Gruppe für mich keinesfalls das Wandern ist, das ich gerne mache.
Gleichzeitiges Staunen darüber, wie es möglich war, auf dem Weg nach Venedig trotzdem zu einer spontanen Minigruppe von drei Menschen zusammenzufinden. Sich nicht ein Mal auf die Nerven zu gehen. Vermutlich ging das nur deshalb so gut, weil wir vor allem auch miteinander schweigen konnten.
Und wie immer, wenn ich an unsere Minigruppe denke, auch ein bisschen Wehmut. Weil es am Ende dann doch nicht geklappt hat, mit dem in Kontakt bleiben. Obwohl es doch so schön war.

Jetzt nicht weiter wissen.

Trotzdem weiter schreiben.

Die Stapelverarbeitung hat sich erledigt, es gibt keine Stapel mehr. Obwohl, es gibt jetzt Aussortiert Einsortiert und WoBekommeIchDasWohlNochUnter?
Jetzt alles noch dreihundert Mal lesen und umschreiben und Sachen herausfinden. Wie Vererben geht. Polizeizeug.
Auf dem Spielplatz schon sieben Mal die Hundefrau ansprechen wollen, wegen Hundezeug. Gescheitert. Ist das denn so schwer (ja). Es ebenso wenig geschafft, A. deswegen anzusprechen. Dabei kenne ich A., zumindest besser als die Spielplatzfrau. Und A. erzählt total gern über Hunde. Wo ist das Problem?
Auch eine Polizeifrau auf dem Spielplatz. Ebenfalls gescheitert.
Es aber immerhin (mit Anlauf) geschafft, Frau Einhorn etwas zu fragen. Frau Einhorn weiß alles. (Und natürlich hat auch Frau Einhorn einen Hund, aber ach. Es ist kompliziert. Also eigentlich nicht, aber ich bin gut darin, es mir einzureden.)

Jetzt und hier überhaupt nur schreiben, weil ich das ausgewürfelt habe. Wenn gar nichts mehr geht, fange ich manchmal an zu würfeln. 1, 2, 3, 4, 5, 6 – 4 war der Blog. 2 ist auch schon erledigt (duschen).

Wieder zu einer Preisverleihung eingeladen worden. Hurra!

Und mal wieder jemandem auf die Füße getreten, aus Unachtsamkeit. Darüber kann ich tagelang nachdenken. Mag die mich nun noch? Bin ich noch ok?
Aber lieber nicht darüber reden.
m ist auch schon ziemlich gut im nicht darüber reden. Tja. Lernen am (schlechten) Vorbild.

Osterzeug basteln. Und wieder bestätigt sich, dass Geduld in solchen Dingen nicht meine Stärke ist. Hauptsache fertig siegt immer über Perfektion. Und ganz schnell der Schwenk von “macht Spaß” zu Frustration, weil es eben doch nicht so perfekt hübsch aussieht, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Leise Befürchtungen, das könnte bei der Stapelverarbeitung ebenfalls so sein.

Gestern im Regen durch den Wald gelaufen. Ganz ungeplant ist das passiert und wie so oft komme ich mit tausend drei Ideen aus dem Wald heraus. Kaum sitze ich am Schreibtisch, verpuffen sie. Landen auf dem jaja-später-Stapel und wenn später kommt, ist die Energie weg. Und das war es dann mit der Idee.

Noch das Gute finden. Das Gute ist in den Menschen, in den Begegnungen. Manchmal klappt es dann doch mit der Sozialkompetenz.

Der Doktor hilft

Heute das Zahnarztorakel ausgetrickst und einfach mal die Perspektive verändert. Na gut, stimmt nicht, es war wohl eher Zufall, mich mal auf einen anderen Stuhl zu setzen. Und dann nicht das Zeitschriftenregal, sondern die Wand mit den Bilder- und Kinderbüchern vor Augen zu haben.

Und da stand an prominenter Stelle: „Der Doktor hilft.“

Daran habe ich mich dann über eine Stunde lang festgehalten (gedanklich, im Behandlungszimmer), an diesem Spruch. und ja, es dauerte wirklich so lange, eher sogar noch länger. Bei der alten Zahnärztin wurde ich ihn solchen Fällen gefragt, ob ich einen Film sehen oder Musik hören will. Hier war die Frage, ob man vielleicht das Radio anmachen solle?
Ja klar und dann kommt wieder „An Tagen wie diesen.“ Nein, danke.

Immerhin habe ich dieses Mal vorher daran gedacht, zu sagen, man, also die Zahnärztin möge doch bitte ab und zu sagen, was sie gerade so tut und wie lange es noch dauert.

Das schlimmste ist ja immer diese Plastikfolie im/über dem Mund. Und das Warten, bis es endlich losgeht.

Nun ja, es ist (fast) überstanden und sie (die Zahnärztin) war recht zuversichtlich, dass dieses Mal höchstwahrscheinlich alles gut wird.

*

Auf dem Heimweg noch im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens gewesen. Da ist immer jemand ansprechbar! Und alle so nett! Und können einem weiterhelfen! Ich bin total gern da, auch wenn ich selten Grund dazu habe.

Kürzlich aber beschlossen wir, dass es an der Zeit sei, unserem Staubsauger eine neue Bodendüse zu gönnen. Gesagt, getan, der MMM schaute stundenlang im Internet, meinte, man müsse dazu dies und das und jenes wissen, später schaute auch ich ins Internet und wirklich, was es da alles zu bedenken gibt, ich verliere da noch schneller die Geduld als sowieso schon. Ich dachte, man gibt einfach nur die Herstellnummer (oder wie immer das heißt) irgendwo ein und alles ist gut.

Im Elektronikfachmarkt ging das dann auch so (oder zumindest hatte ich diesen Eindruck). Ich aber fand viel zu viele Möglichkeiten und hätte bestimmt genau die bestellt, die dann doch nicht passt. Immerhin war ich aber somit höchst professionell vorbereitet, als der freundliche Mitarbeiter nach ebenjener Herstellnummer fragte.

*

Und jetzt habe ich Hunger. Dummerweise fühlt sich meine linke Gesichtshälfte immer noch total taub an, das mit dem Essen könnte noch ein bisschen dauern. Die Taubheit hat aber vielleicht auch ihr Gutes, die freundliche Zahnärztin meinte nämlich, das Wochenende könne eventuell nicht ganz so freundlich werden. Aber dann! Dann wird alles gut.

Kartoffelbrei und Geschichten von P.

Irgendwann habe ich schon einmal das Kartoffelbrei-Elend erwähnt. Ah ja, hier: *klick*
Kurzfassung: Er wollte einfach nicht gelingen, der Kartoffelbrei. Obwohl ich doch genau das gleiche tat wie H., deren Kartoffelbrei ganz vorzüglich gelingt.

Tja, nun, magische Dinge geschehen.
Vielmehr geschahen. Und seither klappt es. Heute auch wieder. Keine Ahnung, was jetzt anders ist, denn ich mache alles ganz genauso wie zuvor auch.

Von daher bin ich jetzt bereit für Stufe Zwei: Schupfnudeln.

Heute bei H. (H.s Schupfnudeln sind ähnlich vorzüglich wie H.s Kartoffelbrei) habe ich ein wenig assistiert, mir aufgeschrieben, was sich aufschreiben lässt und irgendwann demnächst werde ich noch einmal Schupfnudeln ausprobieren. Und noch einmal und noch einmal, vielleicht muss man einfach nur lang genug dranbleiben, vielleicht klappt das alles erst beim achtzigsten Versuch, weil isso.

Vielleicht könnte ich auch das Parkplatz-Wünschen darauf anwenden, denn – oh Wunder: es funktioniert (die Zahnarztsache, Sie erinnern sich). Ich habe hinterher tatsächlich kurz überlegt, mir doch wieder den nächsten Termin geben zu lassen, denn im Vergleich zum letzten Mal war das nun wirklich aushaltbar und es wäre doch auch viel bequemer, aber im Vergleich zu Frau M., tja nun. Da sind noch immer Welten dazwischen. Von daher, nein, lieber nicht.

Beim Schupfnudel-Essen wieder einmal gedacht, mir unbedingt P.s Geschichten merken zu wollen. Aufschreiben hatte ich schon probiert, aber es ist einfach nicht das gleiche. P.s Geschichten muss man erzählt bekommen, am besten von P.
Was aber, wenn das nicht mehr geht.

Heute gab es die eine, die eigentlich gar nicht P.s Geschichte ist, sondern die von H.

H. hat früher mitgeholfen, überall da, wo Hilfe gebraucht wurde, also im Grunde bei allem. Kartoffeln zusammen lesen, beispielsweise. H. half mit, genau wie die eigenen Kinder. Und als die Arbeit getan und zum Essen gerufen wurde, wollte sich H. vom Acker machen (buchstäblich, quasi). Du bleibst da, hieß es. Wo acht satt werden, ist für dich auch noch etwas da. Und so saß H. zwischen den anderen acht und ob tatsächlich alle satt wurden, man weiß es nicht, die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich war, satt zu werden oder überhaupt etwas zu essen zu haben. Aber egal, im Zweifelsfall wurden man eben gemeinsam nicht satt.

Jedenfalls, so der P., erzähle H. die Geschichte heute noch. H. habe nämlich auch anderswo bei der Arbeit geholfen, auch anderswo gab es nach getaner Arbeit meist etwas zu essen, aber nicht unbedingt das, was alle anderen, was die „eigenen“ zu essen bekamen. Für den einen das Schnitzel, für den anderen das Butterbrot (sinngemäß). Bei euch war das nicht so, sage H. Und dass er das niemals vergessen werde.

Und schon bin ich wieder beim Karma Business (Sie erinnern sich auch daran?) und dem, was all die anderen Selbsthilfebücher erzählen.

Weil nämlich H. diese Geschichte nicht nur immer noch erzählt, sondern auch immer dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, dem P. Gutes zu tun, dem P. Gutes tut. Und alles nur, weil alle gemeinsam satt wurden (oder eben nicht).

Diese Geschichte führte natürlich gleich zur nächsten Geschichte, nämlich die, in der E. nach dem Mittagessen ein Schläfchen einlegt, direkt am Esstisch, mit dem Kopf auf den Armen.
Und sich nach dem Schläfchen umsieht, um ihn herum steht noch immer das Geschirr und die Töpfe vom Essen, und wie E. dann fragt, ob er das Geschirr spülen solle und R. sagt, von ihr aus könne er das gerne tun.
(Mit E = Familienvater und R = Tochter und das zu einer Zeit, in der die Möglichkeit, dass der Vater das Geschirr spült nun wirklich nicht vorgesehen war.)

Unweigerlich folgt vom Erzähler der Zusatz: „G. hätte das nicht sagen dürfen, da wäre was los gewesen.“

Um gleich zur nächsten Geschichte zu springen, in der E. ins Haus gehen wollte, mit dreckigen Schuhen, obwohl doch gerade aufgewischt worden war. Wie R. sagte, er möge noch eine halbe Stunde warten und E. genau das getan hat.

Und wie auch das nicht möglich gewesen wäre, hätte G. das gleiche gesagt. Weil G. zwar das gleiche gesagt hätte, aber sie hätte es eben anders gesagt.

Womit ich dann irgendwie wieder bei der Kartoffelbrei-Magie gelandet bin (das gleiche, nur anders), nur, dass bei der Kartoffelbrei-Magie völlig unklar ist, worin der Unterschied besteht. Im Gegensatz zu R. und G.