Von Norwegen, einer Frühlingskatze und Sprachlosigkeiten.

Der allerliebste MMM wirft gerade Steine in norwegische Fjorde. Extra für mich. Lieber wäre mir natürlich, ich wäre mit dem MMM vor Ort und könnte das gleich selbst übernehmen mit dem Steinewerfen, aber aus diversen Gründen, die alle höchst kompliziert sind und unter anderem mit geldwerten Vorteilen und halben Beinen in Gefängnissen zu tun haben, geht das leider nicht. Tja.

Nun könnte man sich natürlich fragen, was das überhaupt soll, mit dieser Steinewerferei. Weiß ich auch nicht. Ich kann das jedenfalls stundenlang machen, zumindest, wenn es genug Steine gibt. Ich mache das sogar an Orten, an denen sie Schilder aufstellen, dass man in diesen Fluss bitte keine Steine werfen soll. Meistens bin ich ja ziemlich gesetzestreu, aber in dem Fall hatte ich schon geworfen und danach erst das Schild entziffert (war ein italienisch-sprachiges Schild).

Steine sind jedenfalls nicht sprachlos, schon gar nicht, wenn man sie ins Wasser wirft. Da hat jeder Stein sein eigenes Geräusch. Manche sind platschende Arschbombensteine, andere sind grazil plingende, dreifach gehechtete Vierviertelschrauben. Oder so. Wieder andere machen einfach nur Plopp.

Das hat jetzt natürlich nichts mit Katzen zu tun, aber die Katze und ich, wir sind eben noch hier (und nicht in Norwegen). Wobei die Katze da vermutlich auch gar nicht hinwollen würde (im Gegensatz zu mir). Die hat momentan sowieso anderes im Sinn. Der Winter ist nämlich vorbei, da liegt man nicht mehr faul auf dem Sofa herum, 27 Stunden am Tag. Stattdessen tut man – ja, was? Keine Ahnung, was die Katze so macht. Ich fahre zum Beispiel mit dem Fahrrad durch laue Frühlingsnächte und frage mich, warum andere Leute, die auch Geschichten schreiben, so gern von ihren Geschichten erzählen (im Gegensatz zu mir). Wobei. Das ist wohl eher eine generelle Sache. Es gibt genug Leute, die keine Geschichten schreiben und trotzdem gern welche erzählen.

Jedenfalls habe ich heute eine weitere Geschichtenschreiberin kennengelernt und natürlich kam sie, die ultimative „Und was schreibst du so?“-Frage.

Und damit bin ich dann bei der Sprachlosigkeit angekommen.

„Lies doch selber“, will ich sagen, aber aus marketingtechnischen Gründen macht sich das nicht so gut. Stattdessen erzähle ich von einer meiner Geschichten und es hört sich ziemlich schlimm an, das will doch nun wirklich keiner lesen und zuhören will da eigentlich auch keiner. Vielleicht doch, aber puh, derjenige muss schon echten Einsatz zeigen, um Antworten aus mir herauszuholen.

Das schafft nicht jeder. So mancher scheint es auch gar nicht wirklich zu wollen und würgt meine gestammelten Halbsätze mit „Ah ja, interessant“ ab, um dann auf das Eigentliche zu kommen, nämlich das „Und jetzt erzähl ich dir, was ich so schreibe.“

Ach ja. Würde ich doch nur Regionalkrimis schreiben. Oder Sachbücher zum Thema Steinewerfen. Oder „Wie Kater Karlo einmal ein Rotkehlchen zerfledderte“. Das wäre einfacher, zumindest, wenn mal wieder die ultimative Frage gestellt wird. Aber nein, ich schreibe Geschichten über Leute, die genauso ungern reden wie ich. Kein Wunder, dass sie mir so sympathisch sind.

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