Menschen.

Gerade las ich Hausbesuche von Stephanie Quitterer. Ziemlich vereinfacht zusammengefasst geht es in dem Buch darum, bei Fremden an der Tür zu klingeln und um Einlass zu bitten.
Irgendwo auf den letzten Seiten fällt das Wort Herzwärme (oder war es herzwarm?) und ich dachte, ja genau, so ist das mit diesem Buch, fast hätte ich es augenrollend aussortiert, aber dann wurde mir so warm ums Herz, so die-Welt-ist-gut-und-die-Menschen-auch.
Wobei das für mich jetzt nicht so die Neuigkeit ist, ich glaube da eigentlich schon länger dran (ans Gute), aber es schadet auch nichts, das ab und an von anderen bestätigt zu bekommen.

Neuerdings, also seit m, komme ich ja auch mit den Leuten ins Gespräch, oder was heißt ins Gespräch, die Leute sagen so etwas wie „Wie süß! Meine [Tochter|Kinder|Enkel|…] …“ und dann reden sie und reden und ich sage „Hm“ oder „Ach ja?“ – das ist manchmal ein bisschen ermüdend, aber meistens auch ziemlich interessant, da sitzt einem zum Beispiel in der Straßenbahn eine ältere Frau gegenüber und die sieht total harmlos und normal aus und dann erzählt sie von ihrer Tochter, die sei nämlich gerade in den USA, würde dort wohnen und arbeiten und ich wundere mich, weil die Frau so normal aussah. Nicht, dass es so außergewöhnlich wäre, eine Zeitlang in den USA zu leben, aber die Frau sah eben mehr so nach „und die Tochter arbeitet irgendwo im öffentlichen Dienst und zwar schon seit zwanzig Jahren und die nächsten zwanzig auch“ aus.

Auch so ein Ding, das Frau Quitterer in ihrem Buch anspricht, das Schubladendenken und „der sieht doch so und so aus.“ Und wie man sich täuschen kann.

Auf den letzten Seiten schreibt sie, dass sie das Projekt „an Türen klingeln“ mit der Fremde-Hereinlass-Übung ablöst oder zumindest mit dem Hereinlassen von Freunden.
Da musste ich dann spontan an eine mir bekannte Berliner Dachterrasse* denken, aber das nur nebenbei, hauptsächlich dachte ich an 2017 und dass ich mich schon seit einem Monat bei diversen Leuten melden will und das einfach nicht auf die Reihe bekomme, unter anderem natürlich, weil ich Menschen des öfteren tendenziell anstrengend finde.
Keine Menschen ist allerdings auch nicht so das Wahre**.
Heute Abend!, nahm ich mir also vor, aber wie das nun mal so ist, zuerst kam alles mögliche dazwischen, dann wollte m nicht mehr alleine schlafen und jetzt bin ich müdemüdemüde oder zumindest wäre es schlau, schlafen zu gehen.

Aber morgen. Morgen klingle ich an Türen.

Beim rM und dann finde ich endlich heraus, wie die alle zusammengehören und was es mit den bodentiefen Fenstern auf sich hat.

Äh.
Vielleicht auch nicht.

Aber den Brief an B., den könnte ich wirklich endlich mal schreiben.

 

*
Hach.
*seufz*

** Das Gute ist ja, dass sich Menschen auch ohne mein Zutun bei mir melden. Ansonsten wäre ich sicher schon ziemlich vereinsamt, aber nein, auf einmal ruft jemand an und/oder kommt vorbei und wenn ich ganz viel Glück habe, bringt derjenige sogar Brötchen mit, wenn ich noch mehr Glück habe, Croissants; nur Käsekuchen, da muss ich noch daran arbeiten.

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