Bücherlese.

Der Tag begann literarisch. Ich trug Wenn die Wale an Land gehen zum öffentlichen Bücherregal. Ungelesen, beziehungsweise angelesen. Die Zeit ist zu knapp, um Bücher zu Ende zu lesen, die auf Seite Drei Anderthalb immer noch nicht mein Interesse geweckt haben.

Aus dem Bücherregal nahm ich Unsere lieben Hunde mit, um es zu Hause, nachdem ich es in einen Blogbeitrag verpackt und dem MMM davon erzählt haben werde, mit Genuss in den Mülleimer zu werfen. Erstaunlich, dass es dort nicht schon längst gelandet ist.
Ja ich weiß, Bücher wegwerfen, das geht doch nicht. Auch nicht, wenn die Seiten schon lose sind. Oder wenn es um den kleinen Fritz geht und seinen Hund Tüpfel. Der kleine Fritz ist ein rechter Schreihals:

„Wegen jeder Kleinigkeit schrie der Fritz aus vollem Hals. Und sowie Fritz brüllte, fing Tüpfel, der junge Foxterrier, an zu bellen.“

Alle anderen finden das natürlich nicht so toll, dieses Gebrüllgebelle. Verständlich.
Daher steht eines Tages ein Mann vor der Tür, der Hundeabholer. Und sagt:

„Wenn ein Hund so viel bellt, dann wird er fortgeholt. Man kann so etwas in einer Stadt nicht brauchen. Soll ich den Schreifritz auch gleich mitnehmen?“

Der Fritz erstarrt vor Angst und Schrecken, obgleich die („liebe, gute“) Mutter ihn dann doch nicht hergeben will. Aus schierer Panik besinnt er sich und schreit fortan nie mehr. Tüpfel taucht natürlich auch wieder auf, denn der Hundeabholer war der verkleidete Vater von Fritz.

Ja, so um 1960 herum, da wusste man Lili Martini (Autorin dieses Buches) noch, wie man Kinder erzieht ruhigstellt.

Während m selig schlummerte, habe ich die zweiundneunzig Dinge, die zu tun wären, sein gelassen und stattdessen angefangen, Blauschmuck zu lesen. Das ist mal ein Buch nach meinen Geschmack. Zwar fast schon ein wenig zu brutal, vor allem, wenn man bedenkt, dass auf einer der ersten Seiten statt einer Widmung „Nach einer wahren Lebensgeschichte“ steht. Davon abgesehen ist es bis jetzt genauso schnörkel- und schonungslos, wie ich Bücher am liebsten mag.

Apropos Lieblingsbücher. Irgendwann (erstaunlich früh) holte ich die Post aus dem Briefkasten und siehe da, mein Lichtkind ist da!
Ich habe mich nicht nur sehr darüber gefreut, ich musste auch sehr lachen, als ich die Widmung gelesen habe.
Keine Frage, das Buch behalte ich.

Allgemein

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