Mehl in Fünf-Kilo-Tüten.

Heute war ich im Raiffeisen. Hach. Raiffeisenmärkte kommen gleich nach Buch- und Schreibwarenläden.
Rasensaat, Gummistiefel, Einweckgläser – toll.

Am besten ist der Raiffeisen in M., im dortigen Getränkelager (das nicht nur Getränke beherbergt) riecht es immer so schön nach Hasenfutter.
Ich habe vielleicht etwas seltsame Geruchsvorlieben, ich mag zum Beispiel Chlor, beziehungsweise den Geruch der Haut nach dem Schwimmbadbesuch, ich mag Beton, also diesen typischen Beton-Baustellengeruch, ich laufe immer extra langsam durch Wasch- und Spülmittelgänge im Einkaufsmarkt – da ist Hasenfutter doch vergleichsweise harmlos.

Der Raiffeisen in M. ist also der Beste, das liegt auch an den Leuten dort, die sind nämlich absolut tiefenentspannt. Und hilfsbereit. Freundlich sowieso. Und überhaupt. Das sind sie zwar in allen Raiffeisen, die ich bisher betreten habe, aber die in M. setzen dem die Krone auf.

Interessanterweise sind die Einkaufenden auch tiefenentspannt, da fragt man sich, ob es an den Verkaufenden liegt oder daran, dass die Tiefenentspannten eben zum Raiffeisen gehen, statt in den Futternapf.

Irgendwann habe ich die bisher unbewiesene Theorie aufgestellt, dass man Menschen zu ihren Städten zuordnen kann. Man braucht natürlich eine gewisse Anzahl (an Menschen), einer allein ist vielleicht nicht ganz so aussagekräftig.
Obwohl.
In New York hatte ich mit K. gewettet, dass dieser Mann da vor uns ein Deutscher ist.
Der arme, ich hatte den Eindruck, er fand es nicht so gut, als Deutscher erkannt zu werden (er war natürlich einer).
Da sollte es doch ein leichtes sein, dreißig Heidelberger von dreißig Mannheimern zu unterscheiden.

Jedenfalls dachte ich auf dem Nachhauseweg vom Raiffeisen, dass sich diese Theorie sicher auch auf Einkaufsmarktbesucher übertragen lässt. Raiffeiseneinkäufer versus Kaufländer zum Beispiel. Im Kaufland war ich nämlich gestern und puh, voll der Stress. Also Gestresste (Menschen). Und meine Tiefenentspannung verabschiedete sich auch so langsam, weil ich zwei Kilometer Kinderwagen-Slalom durch den Markt laufen musste, um zu der Milch zu gelangen, wegen der ich da war. Dann standen zweiundneunzig Leute an der Kasse und alle hatten ihren Einkaufswagen voll bis obenhin. m fand es auch nicht so doll, dass es nicht voranging. Und noch nicht mal jemand mit ihr Quatsch machte (abgesehen von mir).

In der alten neuen Heimat, das wird spannend. Da gibt es neuerdings auch einen Einkaufsmarkt, einem, zu dem ich bisher eher nicht gehe. Vielleicht muss ich meine neu aufgestellte Theorie dann doch wieder über den Haufen werfen.

Bis zum Umzug genießen wir jedenfalls noch unser Lieblings-“nah und gut“, in dem wir sogar namentlich begrüßt werden. m zumindest.
„Aber Sie lachen auch immer so schön mit mir!“

Allgemein

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