Berge.

Und Wasser. Man gebe mir Berge, man gebe mir Wasser und alles ist gut. So einfach ist das.
Dann doch wieder nicht.
Es müssen schon richtige Berge, muss schon richtiges Wasser sein.
(Erstere kommen üblicherweise inklusive letzterem daher.)

Letztes Jahr haben wir im Osten, beziehungsweise Norden Urlaub gemacht. Das ging schief, zum wiederholten Mal. Vermutlich vor allem deshalb, weil weit und breit nicht der kleinste Hügel zu sehen war. Wasser, natürlich gab es Wasser, hallo, Mecklenburger Seenplatte. Aber na ja, das Wasser war – braun und undurchsichtig. Sicher total gesund, Moorbäder und was weiß ich. Aber für das Auge – nun ja.

Dieses Jahr haben wir im Süden Urlaub gemacht. Nicht zum ersten und sicherlich auch nicht zum letzten Mal.
Im Süden gibt es richtiges Wasser. Klar, erfrischend und sogar noch schöner als in der Werbung.
Im Süden gibt es auch richtige Berge. Nicht die (durchaus idyllischen) Odenwald-Hügel von um die Ecke. Richtige Berge, das sind auch nicht die (nicht weniger idyllischen) sanft abgerundeten Almhänge, inklusive der dazu passenden Kuh- und/oder Blumenkulisse. Der Almhütte mit dem plätschernden Brunnen und der Brettljause.
Richtige Berge, das sind schroffe, scharfkantige Felsen, die mit dem heranziehenden Gewitter blitzschnell von „Modelleisenbahn“ zu „Die Türme von Mordor“ umschwenken. Schotter, Geröll, von der Sonne vergessene Schneefelder, abgerutschte Wegstücke. Richtige Berge machen Angst. Gute Angst. Demütige Angst.
Richtige Berge sind still und machen still. Weil der Weg sämtliche Gedanken beansprucht. Weil man auch beim Innehalten nur still staunen kann, ob der Schönheit ringsherum.

Berge. Und Wasser.
Und alles ist plötzlich ganz einfach.

Allgemein

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