G.

Neugierig blicken ihre Augen in den Raum, folgen dir und deinen Bewegungen. Himmelblau sind sie, die Augen und sie strahlen dich an, wann immer sich eure Blicke treffen. Schön, dass du da bist, sagen sie. Ich freu mich so. Manchmal winkt sie dir zu.

Es ist immer eine kleine Enttäuschung, wenn du in den Raum kommst und sie ist nicht da. Eine Belohnung, wenn sie aus ihrer Ecke heraus in den Raum hineinfunkelt.

„Hallo“, sagt sie mit dem Lachen in der Stimme, eine Stimme, die gebrochen wäre, wäre nicht das Lachen darin. Überhaupt ist alles an ihr lachendes, herzliches Glück. Es könnte anders sein. Sie könnte anders sein. Könnte einfach nur eine alte Frau in einem Rollstuhl sein.

Ihr Strahlen verschwindet, wenn du die falschen Fragen stellst. Fragen, deren Antworten sie nicht mehr kennt. Dann geht sie verloren und aus dem herzlichen Lächeln wird ein hilfloses.

Es ist alles gut, willst du ihr sagen und sie knuddeln. Stattdessen nimmst du ihre Hand, eine alte Hand. Nein, es ist nicht alles gut.

Oder doch? Das zahnlose, herzliche Lächeln kehrt zu ihr, zu dir, zurück.

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