Alles wird gut, wenn man weiß, was man finden will.

Eine Jugendherberge. Du hast dir das obere Bett genommen, die Bettdecke hochgezogen und den Kopf, den schmerzenden, an die Wand gedreht.
Findest keinen Schlaf. Die immer gleichen Gedanken drehen sich im Kreis: Uhrzeigersinn, dann Richtungswechsel.
Bis der Feueralarm losgeht, mitten in der Nacht.
„Das ist jetzt ein Witz, oder?“, fragt die Frau unter dir ins dunkle Zimmer hinein.
Aber vielleicht ist es doch keiner. Hinaus aus den Laken, Zeug in den Rucksack stopfen, die Treppe hinunter, verschlafene Gesichter überall, kalte Nachtluft, Verwirrung, offene Fragen, noch mehr offene Fragen.
Irgendwann Entwarnung. Fehlalarm.
Du gibst dem Schlaf eine zweite Chance.

Am nächsten Morgen dröhnt dein Kopf noch immer. Du bist neidisch auf B., der vom Nachtaufsichts-Zivi und diversen Alkoholika erzählt.

„Legen Sie sich doch endlich mal fest!“, sagt U. und drängelt. Recht hat sie, aber Drängeln hilft nicht, nicht bei dir.
„Innenarchitekt“, sagst du schließlich, hauptsächlich, damit sie Ruhe gibt. Noch während du es sagst, trauerst du dem Schreiner hinterher; fragst dich, ob der Innenarchitekt wirklich die richtige Wahl war.
Entscheidungen. Trifft man sie nicht, entscheiden andere.

„Bierbrauer“, sagt B. ohne zu zögern. Er freundet sich nicht nur mit Zivis an, er hat auch kein Problem mit Entscheidungen. Du wünschst dir seine Eindeutigkeit für dich selbst.

U. wünscht nicht, sie fordert. „Eiern Sie nicht so herum! Entscheiden Sie endlich!“
Reden in Ausrufezeichen. Du hast nur Fragezeichen zu bieten. Gibst ihr irgendwas, damit sie endlich Ruhe gibt.
Entscheidung getroffen, Problem gelöst.

Aber das stimmt nicht.
Du fährst nach Hause und suchst noch immer nach deiner Wahrheit.

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