Mám Berlín moc ráda.

Gerade erst hatte ich begonnen, tschechisch zu lernen – demnächst höre ich auch schon wieder damit auf. Ausnahmsweise liegt dieses frühe Ende nicht an meiner mangelnden Ausdauer – nein, das war von Anfang an so geplant.

Dazugelernt habe ich jedenfalls schon was: Ich hatte mich noch gewundert, dass dieser „Standardkurs für Selbstlerner“ nicht mit dem Üblichen: „Ich heiße …“, „Wie geht es dir“, „Mir geht es gut“ beginnt. Der MMM hat dieses Rätsel dann gelöst, als er fragte, warum ich eigentlich den Kurs für fortgeschrittene Anfänger ausgeliehen habe.
Ups.

Egal. Für Bitte und Danke hat es gereicht und auch für so unnötiges Zeug wie [siehe Titel]. Wobei das ja gar nicht so unnötig ist, schließlich fahre ich bald nach Berlin, bestimmt gibt es da Leute, die Tschechisch sprechen und dann kann ich sagen: Mám Berlín moc ráda. Was (vermutlich) sinngemäß so viel heißt wie: Berlin gefällt mir echt gut. Und ja, das weiß ich jetzt schon, dass ich das guten Gewissens sagen kann.

Ich könnte natürlich auch in der Tschechischen Republik zu jemandem sagen: Mám Česká republika moc ráda. Falls das dann so ist. Ich weiß, dass ich guten Gewissens sagen könnte, die Obstbaumalleen seien wunderschön – dafür hätte ich aber vermutlich den Kurs für fortgeschrittene Fortgeschrittene ausleihen müssen.

Letztes Jahr sind wir an ziemlich vielen Obstbaumalleen entlanggefahren. Wir wussten ja nicht, wohin. Also, wir wussten schon, wohin, wir wussten nur nicht, wie man dorthin kommt. Die Landkarte lag zu Hause und wo das Navi ist, weiß immer noch niemand.
Macht ja nix. Weil:
„Der Papa wird’s schon richten, der Papa macht’s schon gut …“ Der Papa ist auf jeden Fall höchst unerschrocken und fragt auch schon mal tschechische Straßenarbeiter, wie wir dahin kommen, wo wir hinwollen. Der Papa kann zwar auch kein tschechisch, aber er weiß sich zu helfen. Die Straßenarbeiter verstehen ihn, jedenfalls erzählen sie uns irgendwas und zeigen abwechselnd nach links und nach rechts.
Wir sagen Danke (auf deutsch), fahren weiter, der Papa kurbelt das Fenster wieder hoch (nein, das Auto ist nicht so alt, dass man tatsächlich noch kurbeln könnte, aber kurbeln ist eindeutig das schönste Wort für diesen Vorgang) und fragt mich: Und, wo müssen wir jetzt hin?

Rechts, links, geradeaus. Vielleicht schaffe ich das noch bis demnächst.

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