{"id":3749,"date":"2018-03-04T21:09:36","date_gmt":"2018-03-04T20:09:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/?p=3749"},"modified":"2018-06-14T20:09:24","modified_gmt":"2018-06-14T19:09:24","slug":"noch-mehr-buecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/woerterwege.wababbel.de\/?p=3749","title":{"rendered":"Noch mehr B\u00fccher."},"content":{"rendered":"<p>Der Tag begann z\u00e4h. Die Tage beginnen fast immer z\u00e4h. Vielleicht liegt es daran, dass der Morgen einfach nicht meine Tageszeit ist. Vielleicht aber auch nicht. <\/p>\n<p>Dabei konnte ich ausschlafen. Oder nein, weiterschlafen. Und dann tat sich auch noch freie Zeit auf,  ein Zeitfenster, ich w\u00fcnsche es mir herbei, dann ist es pl\u00f6tzlich da und ich wei\u00df nichts mit <del datetime=\"2018-03-04T19:56:00+00:00\">ihm<\/del> mir anzufangen. <\/p>\n<p>Yoga habe ich angefangen, wieder einmal. Und dabei <a href=\"http:\/\/christine-on-big-trip.blogspot.de\/p\/about-me_03.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Christine Th\u00fcrmer<\/a> <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/eins-zu-eins-der-talk\/christine-thuermer-eins-zu-eins-der-talk-100.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">geh\u00f6rt<\/a>. Eine Weitwandernde. Beim Zuh\u00f6ren fiel mir ein, dass ich schon einmal irgendwo von ihr geh\u00f6rt hatte, mich auch damals schon dar\u00fcber wunderte, dass ich sie nicht auf Anhieb ins Herz schlie\u00dfen konnte. Als w\u00e4re das so einfach, als br\u00e4uchte es nur eine Gemeinsamkeit und schon hat man sich gern.<br \/>\nOft stellt sich heraus, die Gemeinsamkeit ist gar keine &#8211; auch Wandern kann man auf verschiedene Arten.<\/p>\n<p>Gegen Mittag war der Tag noch immer z\u00e4h. Und dabei hatten wir einen Plan. Meist verschwindet die Z\u00e4higkeit leichter und schneller, wenn es einen Plan gibt. Heute aber dachte ich dar\u00fcber nach, den Plan aufzugeben. Was auch nichts Neues ist, andauernd will ich Pl\u00e4ne aufgeben, weil sie so anstrengend sind.<br \/>\nDieses Wort, <em>anstrengend<\/em>. Ich sollte es wirklich aus meinem Leben verbannen.<br \/>\nWenn das so einfach w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nun denn, wir setzten den Plan um.<br \/>\nDaher war ich heute auf der Buchmesse, der kleinen. Und stellte fest, dass ich wohl zum Buchsnob werde. Die meisten B\u00fccher nehme ich gar nicht erst in die Hand, weil ich sie h\u00e4sslich finde. Oder ich nehme sie in die Hand, lege sie aber gleich wieder weg, weil ich die Schrift h\u00e4sslich finde oder die Art, wie die Seitenzahlen formatiert sind. Die Art, wie das Buch in der Hand liegt, wie es sich umbl\u00e4ttert. Dass der Klappentext kaum zu lesen ist, wegen dunkler Schrift auf dunklem Hintergrund.<br \/>\nWas man alles falsch machen kann.<br \/>\nUnd da habe ich noch nicht einmal hineingelesen. <\/p>\n<p>Aber man kann es auch richtig machen.<br \/>\nDrei B\u00fccher habe ich mitgenommen. Eins, weil ich an diesem Satz h\u00e4ngenblieb: \u201ePl\u00f6tzlich f\u00fchlte er sich losgelassen.\u201c<br \/>\nDer Satz macht hier nicht so viel her, auf der Seite aber \u2013 er f\u00fcllt eine ganze, ansonsten leere Seite aus, das \u201elosgelassen\u201c rechts oben, der Anfang des Satzes links unten \u2013 auf der Seite f\u00fchle ich mich selbst ganz losgelassen, ein angenehmes Gef\u00fchl, obwohl das Loslassen im Buch (wie ich sp\u00e4ter feststellte) ganz und gar nicht positiv besetzt ist.<br \/>\n\u201eDie Kinder verzagten nicht.\u201c Noch so ein Satz. <em>Verzagen<\/em>, was f\u00fcr ein h\u00fcbsches Wort, ich will es sofort benutzen.<br \/>\nUnd h\u00fcbsch ist das Buch auch, es sind Bilder darin, solche, die man eine Weile betrachten kann und dann immer noch etwas Neues entdeckt. <em><a href=\"https:\/\/www.verlag-fuchs.de\/buecher\/maerchen-geschichten\/papierdrachen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Papierdrache<\/a><\/em> hei\u00dft es, der Text ist von Seyyed-Ali Shodjaie, die Bilder von Christine Laube und Mehrdad Zaeri. <\/p>\n<p>Das zweite Buch hei\u00dft <em><a href=\"http:\/\/www.verlag-fechner-sabo.de\/index.htx\/4159b092c0f73595cc6adffe1296f657\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">InneHalt<\/a><\/em> von Henning Sabo, darin sind Gedichte. Ich kaufe mir eher selten B\u00fccher mit Gedichten darin, vielleicht, weil sie Zeit und Mu\u00dfe f\u00fcr sich beanspruchen, weil sie \u2013 tada! &#8211; anstrengend sind, will ich mich wirklich darauf einlassen. Anstrengender als Romane.<br \/>\nAber nun ja, dieses war eben auch eins der h\u00fcbschen B\u00fccher, ich bl\u00e4tterte hinein, es stimmte alles und als ich dann auch noch zu jedem aufgebl\u00e4tterten Gedicht nicken wollte, nahm ich es einfach mit. <\/p>\n<p>Dann nahm ich noch einen Roman mit, <a href=\"http:\/\/www.achter-verlag.de\/weg-vom-festland\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\"><em>Weg vom Festland<\/em><\/a> von Frederike Frei, auch er h\u00fcbsch gemacht, ich las hinein und traf eine Stelle, die mich ebenfalls spontan angesprochen hat, also kaufte ich auch dieses Buch.<br \/>\nHeute Abend las ich noch weiter hinein, und, nun ja, es ist anstrengend. H\u00e4tte ich mehr gelesen, h\u00e4tte ich das Buch wohl doch nicht gekauft. Obwohl es mich immer noch anspricht, aber gleichwohl ist der Stil, in dem es geschrieben ist, \u00fcberhaupt nicht der, den ich gern lese, in jedem Satz f\u00fcnf Bilder und dann auch noch welche, die teilweise so seltsam sind, dass sie doch eher quer liegen, nichtsdestotrotz liegt das Leseb\u00e4ndchen(!) nun schon auf Seite 63, mal sehen, wie es mit uns noch weitergeht. <\/p>\n<p>Nach dem B\u00fccherkauf liefen wir noch am Fluss entlang. So ein Fluss, das ist eine feine Sache. Dieser zwar eher von der tr\u00e4gen Sorte, aber passend zum Sonntag hatte er ausnahmsweise ein gr\u00fcnes Kleid angezogen, anstatt das sonst \u00fcbliche schlammbraune. \u00dcber und auf dem Fluss die M\u00f6wen, M\u00f6wen, da ist man doch sofort im Urlaub. Ein Kormoran auch, zuerst im Wasser, dann auf einem Baum, dem Baum, bei dem wir zuvor noch r\u00e4tselten, warum er so halbseitig wei\u00df ist (und ansonsten eben baumfarben). Wegen der Kormoranschei\u00dfe. Das h\u00f6rt sich jetzt wenig idyllisch an, war es aber ansonsten doch, die Sonne schien, die Leute l\u00e4chelten, l\u00e4chelten sp\u00e4testens dann, wenn sie m ansahen, wir l\u00e4chelten auch, wir sa\u00dfen sogar auf einer Bank, ziemlich lange, so lange, wie m f\u00fcr eine kleine Banane und einen Prinzenrollenkeks braucht, vor uns der Fluss, an seinen Seiten die Berge (nun ja), auf den Bergen eine Burg und noch eine und noch eine. Ein richtiger Bilderbuch-Sonntagnachmittag.<br \/>\nSp\u00e4ter bekam m sogar noch eine halbe Scheibe Toastbrot geschenkt, nicht, weil sie so hungrig aussah, sondern um die M\u00f6wen zu f\u00fcttern, m f\u00fctterte also M\u00f6wen, die armen M\u00f6wen, vermutlich haben sie nun Bauchweh, man soll ja nicht und sowieso, aber wo es doch so einen Spa\u00df macht und wenn man dann auch noch Toastbrot geschenkt bekommt, was will man da machen. <\/p>\n<p>Dann fuhren wir wieder nach Hause und ich dachte schon wieder, wie anstrengend, wegen dem Abendessen, aber auch das ging leichter als gedacht und danach konnte ich sogar auf der Couch in meine neu gekauften B\u00fccher hineinlesen. <\/p>\n<p>Der Tag endet bisher also ganz ohne Z\u00e4higkeit, ich habe sie irgendwann abgestreift, auf der Buchmesse oder vielleicht hat sie auch der Fluss davongetragen, auf einmal war sie fort und da darf sie gern bleiben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tag begann z\u00e4h. 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