{"id":3417,"date":"2017-07-04T22:10:50","date_gmt":"2017-07-04T21:10:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/?p=3417"},"modified":"2017-07-04T22:10:50","modified_gmt":"2017-07-04T21:10:50","slug":"so-ein-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/woerterwege.wababbel.de\/?p=3417","title":{"rendered":"So ein Tag."},"content":{"rendered":"<p>Heute ist noch gar nicht der <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/2017\/06\/05\/wmdedgt-juni-2017\/\">F\u00fcnfte<\/a>, aber egal, es gilt, die Gelegenheit zu nutzen, sonst schreibe ich \u00fcberhaupt nie mehr was.<\/p>\n<p>Heute, am vierten, war ich mit m im Raiffeisenmarkt. Der Raiffeisenmarkt ist super, dort ist die Welt entschleunigt. Alle haben Zeit, viel Zeit, an der Kasse sagt man einfach, wie viel Leergut man dabei hatte und will man diesen bestimmten Sack Blumenerde kaufen, stellt sich heraus, er ist viel zu teuer, man m\u00f6ge sich doch f\u00fcr den anderen entscheiden, tut man auch, der allerdings ist viel zu schwer und passt nicht ins Auto, kauft man also gar keinen, vorerst. Verweilt daf\u00fcr noch in der Getr\u00e4nkekistenabteilung und schwelgt in Hasenfutterluft (B. dagegen k\u00fcrzlich so: &#8222;B\u00e4h, pfui, wie es da immer <del datetime=\"2017-07-04T20:57:49+00:00\">riecht<\/del> stinkt.&#8220;) bis der freundliche Getr\u00e4nkekistenheranschaffer fragt, ob er die Kisten gleich ins Auto laden solle. <\/p>\n<p>Wieder zuhause ist alles viel komplizierter, jetzt k\u00f6nnte man tats\u00e4chlich jemanden gebrauchen, der die Kisten ins Haus tr\u00e4gt, m n\u00e4mlich ist m\u00fcde und hungrig und h\u00e4ngt an Mamas Bein, Mama kann also keine Kisten schleppen. Aber da kommt schon H., will m bespa\u00dfen, m allerdings ist m\u00fcde und hungrig und will nicht bespa\u00dft werden, h\u00f6chstens vielleicht von Mama.<\/p>\n<p>Hat n\u00e4mlich alles ein wenig l\u00e4nger, zu lange, gedauert, nach dem Raiffeisenmarkt galt es, einen Fahrradschlauch zu besorgen, aus Gr\u00fcnden. In M., sagte der B., da g\u00e4be es einen Fahrradladen. Gibt es auch, man muss sich allerdings momentan zwischen Baggern, Lastern, Pflastersteinen und Bauarbeitern einen Weg bahnen, ein Fahrradfahrer macht das auch, Stopp!, will man ihm zurufen, sieht der denn den Graben nicht, zwei Meter tief, einen Meter breit; Stopp!, ruft einer der Bauarbeiter, aber da ist es schon geschehen, der Fahrradfahrer ist zwar nicht in den Graben, aber kurz vor dem Graben auf die Stra\u00dfe gest\u00fcrzt, seine H\u00e4nde, die seltsamerweise in gr\u00fcnen Gummihandschuhen stecken, zittern, ansonsten ist anscheinend nichts weiter passiert, ein verbogener Fahrradkorb, puh, nochmal Gl\u00fcck gehabt. <\/p>\n<p>Der Fahrradladen allerdings hat geschlossen. Urlaub. Ab heute. <\/p>\n<p>Wir bahnen uns den Weg zur\u00fcck zwischen Baggern, Lastern, Pflastersteinen und Bauarbeitern hindurch, beim B\u00e4cker w\u00fcrden wir anhalten, doch der B\u00e4cker ist umgezogen, man kann es ihm nicht verdenken. <\/p>\n<p>In H., sagte der B., da g\u00e4be es auch noch einen Fahrradladen. Wir fahren also weiter nach H., aber dort &#8211; herrje, h\u00e4ngt ein Schild an der T\u00fcr des Fahrradladens: &#8222;Closed&#8220;. Stimmt so nicht, stellt sich heraus, auch wenn die Atmosph\u00e4re tats\u00e4chlich mehr der eines geschlossenen Clubs gleicht. Der Mann, der uns den kaputten Fahrradschlauch abnimmt, sieht aus, als w\u00e4re er gerade selbst gern zum B\u00e4cker gegangen oder an den n\u00e4chsten Strand (nur wozu dann die Luftpumpe in seiner Hand), die anderen beiden ignorieren uns gekonnt, m findet das alles auch gar nicht so spannend und ich traue mich kaum zu fragen, ob er den neuen Schlauch vielleicht auch gleich auf den Reifen \u2026 Macht er aber, kein Problem, und auch einen zweiten Schlauch bringt er mir noch, Ich flicke keinen Reifen mehr, hat der B. gesagt und wenn ich mir unseren Versuch eines geflickten Reifens so anschaue, stimme ich ihm zu. Der Fahrradmann h\u00e4lt uns die T\u00fcr auf, vielleicht ist das auch nur ein Zufall, vielleicht geht er jetzt doch noch zum B\u00e4cker, davon geht er jedenfalls, immer noch, beziehungsweise schon wieder die Luftpumpe in seiner Hand.<\/p>\n<p>Nun lehnt er am Fahrradanh\u00e4nger, der Reifen, es war ja keine Zeit mehr, m m\u00fcde und hungrig, Sie erinnern sich, auch ich hatte Hunger und dann vergisst man den Reifen, beziehungsweise man vergisst ihn nicht, aber um ihn anzubringen, m\u00fcsste man wieder Schuhe anziehen, m und sich selbst, und vorher noch schnell die W\u00e4sche aufh\u00e4ngen und den Geschirrsp\u00fcler ausr\u00e4umen und Huch, wieso ist es pl\u00f6tzlich schon so sp\u00e4t, P. und H. warten schon, es gibt Erbsen (und Kartoffeln und gelbe R\u00fcben und Frikadellen), m isst f\u00fcnf Erbsen (und ungef\u00e4hr 0,002 Gramm untergeschmuggelte Kartoffeln und gelbe R\u00fcben). <\/p>\n<p>H. fragt, was man am Samstag so vorhabe, Oha, da steckt meistens etwas dahinter und das tut es auch, m ist immer noch m\u00fcde, jetzt m\u00fcssen wir aber dringend los, m schl\u00e4ft dann auch prompt ein, im Kinderwagen, schl\u00e4ft auch weiter, als ich den Kinderwagen die provisorischen Stufen hoch ins Haus hinein zerre. m schlief ja auch gestern weiter, als direkt neben ihr mit uns\u00e4glichem Get\u00f6se das Kinderbettseitenteil zu Boden krachte; sp\u00e4ter allerdings, als der MMM Bettdecken ausbreitete, dieser leise Windhauch war zu viel, davon wachte m nat\u00fcrlich auf. <\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich wacht m auch auf, als ich diesen Text schreibe, bleibt eben die H\u00e4lfte <del datetime=\"2017-07-04T20:57:49+00:00\">ungesagt<\/del> ungeschrieben, die Geschirrsp\u00fclmaschine muss ja auch wieder einger\u00e4umt werden und Huch, wieso ist es pl\u00f6tzlich schon so sp\u00e4t. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist noch gar nicht der F\u00fcnfte, aber egal, es gilt, die Gelegenheit zu nutzen, sonst schreibe ich \u00fcberhaupt nie mehr was. Heute, am vierten, war ich mit m im Raiffeisenmarkt. Der Raiffeisenmarkt ist super, dort ist die Welt entschleunigt. 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