{"id":2216,"date":"2015-10-22T21:42:40","date_gmt":"2015-10-22T20:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/?p=2216"},"modified":"2015-10-22T21:42:40","modified_gmt":"2015-10-22T20:42:40","slug":"oktobergrau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/woerterwege.wababbel.de\/?p=2216","title":{"rendered":"Oktobergrau."},"content":{"rendered":"<p>Die Wolken haben sich in den <del datetime=\"2015-10-22T20:16:27+00:00\">Bergen<\/del> H\u00fcgeln verfangen, die Sonne versteckt sich, von den Str\u00e4uchern tropft es &#8211; dass es noch nicht November ist, merkt man eigentlich auch nur daran, dass immer noch Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen fallen.<br \/>\nDie Abende werden dunkler, die Tage k\u00fchler, die Stra\u00dfen nasser; meine Stra\u00dfenlaterne leuchtet ins Dunkel; eine Kerze, ich k\u00f6nnte eine Kerze anz\u00fcnden, denke ich und tue es auch. <\/p>\n<p>Wie kann man diesen nassen, grauen Nebelherbst nicht m\u00f6gen. <\/p>\n<p>Vielleicht mag ich ihn, weil mit ihm die Stille Einzug h\u00e4lt. Weil ich dann regelm\u00e4\u00dfig an Hesse denke, sein <a href=\"http:\/\/www.lyrikline.org\/de\/gedichte\/im-nebel-5490#.VilD6GhGg4Z\" target=\"_blank\">Nebel-Gedicht<\/a>. <em>\u201eJeder ist allein.\u201c<\/em> Und ist es nicht. <\/p>\n<p>Auf der Buchmesse bin ich auf das Buch <a href=\"http:\/\/www.kremayr-scheriau.at\/bucher-e-books\/183-tage-772\" target=\"_blank\"><em>183 Tage<\/em><\/a> von Ianina Ilitcheva gestossen. Ianina Ilitcheva hat zuerst ein Experiment, aus dem Experiment schlie\u00dflich ein Buch gemacht. 183 Tage soziales Exil.<br \/>\nEs ist ein sch\u00f6nes Buch geworden. <\/p>\n<p>Und wie immer, wenn ich h\u00f6re, wie sich jemand in irgendeine Form der Einsamkeit zur\u00fcckzieht, will ich das sofort auch tun.<\/p>\n<p>Allein sein, die Stille h\u00f6ren. <\/p>\n<p>In Ianina Ilitchevas Buch findet sich die <em>\u201eMonatliche Nachricht an die Au\u00dfenwelt.\u201c<\/em> Sie findet sich auch auf einem <a href=\"https:\/\/alightingpassenger.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Blog<\/a>, dort allerdings ohne diesen Titel, einfach nur <em>\u201etag x von 183.\u201c<\/em><br \/>\nIn <a href=\"https:\/\/alightingpassenger.wordpress.com\/2013\/02\/\" target=\"_blank\"><em>\u201eTag 183 von 183 (+?)\u201c<\/em><\/a> schreibt sie: <em>\u201edas Alleinsein. es brachte die Erkenntnis, dass man nie v\u00f6llig allein sein kann und es in Wahrheit immerzu ist.\u201c<\/em><br \/>\nWie wahr.<\/p>\n<p>Heute morgen im Radio dann eine andere Frau, ein anderes Experiment, ein anderes Buch. Pauline de Bok, <a href=\"http:\/\/www.weissbooks.com\/autoren\/pauline-de-bok\/\" target=\"_blank\"><em>Blankow oder Das Verlangen nach Heimat.<\/em><\/a> Blankow, das ist ein Ort und dorthin hat sich Pauline de Bok zur\u00fcckgezogen, allein, na ja, mit einem Hund. Mehrere Male war sie f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit dort und im <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr2\/index.jsp?rubrik=9902&#038;key=standard_document_57178486\" target=\"_blank\">Interview<\/a> las sie aus ihrem Buch, sie las folgendes: <em>\u201eDen Moment des Eintretens in diese Welt empfinde ich wie einen seltsamen Versto\u00df. Ich st\u00f6re das planlose Dasein der Dinge. Ich geben ihnen ihren Sinn. Ich f\u00fclle den Raum mit Absichten.*\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das planlose Dasein der Dinge. Vielleicht ist es genau das, was ich mir von der Stille w\u00fcnsche, was mich zu ihr hinzieht. Die Absichten loslassen. <\/p>\n<p>Vielleicht mag ich auch deswegen den Nebelherbst so gern \u2013 auch er zieht sich zur\u00fcck. Einheitsgrau, alles verschwimmt, <em>\u201ekein Baum sieht den anderen\u201c<\/em>, keine Ablenkungen mehr.<br \/>\nEine Ahnung von Alleinsein in einer lauten Welt.  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><small>* Wohlgemerkt nach Geh\u00f6r aufgeschrieben.<\/small> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wolken haben sich in den Bergen H\u00fcgeln verfangen, die Sonne versteckt sich, von den Str\u00e4uchern tropft es &#8211; dass es noch nicht November ist, merkt man eigentlich auch nur daran, dass immer noch Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen fallen. 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