{"id":2154,"date":"2015-09-28T10:23:18","date_gmt":"2015-09-28T09:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/?p=2154"},"modified":"2015-09-28T10:23:18","modified_gmt":"2015-09-28T09:23:18","slug":"herumschildkroeteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/woerterwege.wababbel.de\/?p=2154","title":{"rendered":"Herumschildkr\u00f6teln*"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Zug unterwegs sein, das ist fast so gut wie ein Waldspaziergang. In mancher Hinsicht vielleicht sogar noch besser, zumindest, wenn man dahin f\u00e4hrt, wo man bisher noch nie war. <\/p>\n<p>T. findet es furchtbar, dieses \u201eim Unbekannten ankommen, sich zurechtfinden m\u00fcssen, wo f\u00e4hrt jetzt die Stra\u00dfenbahn nach X, etc.\u201c<br \/>\nT. und ich sind in mancherlei Hinsicht dann doch ziemlich verschieden. <\/p>\n<p>Zugfahren jedenfalls. Eine wunderbare Sache. Ich rede nat\u00fcrlich vom Fernverkehr, vom entspannten Fernverkehr. Viel Platz, \u00fcberhaupt ein Sitzplatz, keine \u201elustige\u201c Reisegruppe um einen herum, auch keine Schulklasse auf dem Weg ins Landheim, schon gar keine Menschen mit Bierdosen auf dem Weg zu einem Fu\u00dfballspiel. Stattdessen harmlose, sich mehr oder weniger ruhig verhaltende Menschen, die man unauff\u00e4llig betrachten und deren Gespr\u00e4che man ebenso unauff\u00e4llig belauschen kann. Was man da so alles h\u00f6rt. <\/p>\n<p>Aber meistens h\u00f6re ich gar nicht, sondern schaue aus dem Fenster. Selbst wenn man da drau\u00dfen gar nicht so viel sieht. Felder. B\u00e4ume. Wald. H\u00e4user. Felder. Nur Tunnel sind doof. Aber die versierte Reisende hat nat\u00fcrlich ein Buch dabei. <\/p>\n<p>Aus dem Fenster schauen ist jedenfalls eine ganz gro\u00dfartige Sache. Verordnetes Nichtstun, wieder einmal. Ich bin da in guter Gesellschaft, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/reise\/interview-uebers-reisen-gerhard-polt-zu-viel-natur-wuerde-mich-bedruecken\/12040796.html\" target=\"_blank\">Gerhard Polt macht das auch gern<\/a>, also im Zug aus dem Fenster schauen. Und Gerhard Polt ist sowieso eins meiner gr\u00f6\u00dften Vorbilder** in Sachen Nichtstun. <\/p>\n<p>Felder. B\u00e4ume. Wald. H\u00e4user. Felder.<\/p>\n<p>Oder Regen. Regen ist auch ganz gro\u00dfartig, wenn man gerade im Zug sitzt. Dem Regen da drau\u00dfen zusehen, vor allem aber den Tropfen, die sich auf der Fensterscheibe ihre Wege bahnen. <\/p>\n<p>Mir ist pl\u00f6tzlich so meditativ zumute. <\/p>\n<p>Vermutlich tr\u00e4gt auch viel zur Entspannung bei, dass ich haupts\u00e4chlich privat mit dem Zug unterwegs bin. Es v\u00f6llig egal ist, ob ich um 15:05 Uhr ankomme oder doch erst eine Stunde sp\u00e4ter. Dass ich mich auf das Ziel freue. Vermutlich tr\u00e4gt zur Entspannung auch bei, dass ich es h\u00f6chst selten mit Versp\u00e4tungen zu tun bekomme. Beziehungsweise wenn doch, sitze ich meist schon im Zug und im Zug sitzend Versp\u00e4tung zu haben ist weit weniger schlimm, als drau\u00dfen auf dem Bahnsteig stehend auf einen versp\u00e4teten Zug zu warten.<br \/>\nAber nun ja, so lange das Buch gut ist, l\u00e4sst sich auch das aushalten.<\/p>\n<p>Zugfahren in die Schweiz ist nat\u00fcrlich noch viel gro\u00dfartiger, denn auf einmal sind da drau\u00dfen gr\u00fcne Wiesen, aber sowas von gr\u00fcn. Eine Kuh dazwischen, zwei, drei, vier. Und Berge. Noch mehr Berge. Ein See.<br \/>\nDort, wo ich aussteige, ein noch viel gr\u00f6\u00dferer See. Noch h\u00f6here Berge. Mit Schnee!<br \/>\nMehr braucht es doch gar nicht. <a href=\"http:\/\/www.wababbel.de\/woerterwege\/2015\/07\/20\/berge\/\" target=\"_blank\">Aber das sagte ich schon.<\/a> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><small><br \/>\n* Dieses sch\u00f6ne Wort ist leider nicht von mir, sondern von Gerhard Polt. Nachzulesen <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/36659\/Ich-sinnlose-vor-mich-hin-und-das-mit-Begeisterung\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<br \/>\n** Das gr\u00f6\u00dfte nat\u00fcrlich der Kater. <\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Zug unterwegs sein, das ist fast so gut wie ein Waldspaziergang. In mancher Hinsicht vielleicht sogar noch besser, zumindest, wenn man dahin f\u00e4hrt, wo man bisher noch nie war. 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